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Unlesbar: Der*Des Kaiser*in*s neue Wörter

Das Märchen von der geschlechtergerechten Sprache frei nach Hans-Christian Andersen*datter

Der*Des Kaiser*in*s neue Wörter

Es war einmal ein*e Herrschende*r, der*die sich gern in neue Worte kleiden wollte, um gerechter zu erscheinen. Er*Sie fiel auf einige Trickbetrüger*innen herein, die sich als Wortweber*innen ausgaben. Deren Wortkreationen waren angeblich nicht nur gerechter, sondern auch in der Lage, den*diejenige*n, der*die sie nicht verstehen konnte, als dumm und für sein*ihr Amt ungeeignet zu entlarven. Der*Die Herrschende, der*die die neuen Wörter in Wirklichkeit selbst nicht verstand, ernannte diese Art der Wortweber*innen*ei zur Wissenschaft und besoldete die Trickbetrüger*innen fürst*innen*lich

Als der*die Kaiser*in eine Ansprache an sein*ihr Volk hielt und dabei die neuen Wörter verwendete, wollte niemand*in zugeben, dass er*sie der Rede nicht folgen konnte, bis auf einmal ein Kind laut lachte und rief: „Das sind ja gar keine Wörter!“

Falls jemand*in das nicht versteht, hier eine Version mit hoffnungslos veralteten Wörtern:

Des Kaisers neue Wörter

Es war einmal ein Herrscher, der sich gern in neue Worte kleiden wollte, um gerechter zu erscheinen. Er fiel auf einige Trickbetrüger herein, die sich als Wortweber ausgaben. Deren Wortkreationen waren angeblich nicht nur gerechter, sondern auch in der Lage, denjenigen, der sie nicht verstehen konnte, als dumm und für sein Amt ungeeignet zu entlarven. Der Herrscher, der die neuen Wörter in Wirklichkeit selbst nicht verstand, ernannte diese Art der Wortweberei zur Wissenschaft und besoldete die Trickbetrüger fürstlich.

Als der Kaiser eine Ansprache an sein Volk hielt und dabei die neuen Wörter verwendete, wollte niemand zugeben, dass er der Rede nicht folgen konnte, bis auf einmal ein Kind laut lachte und rief: „Das sind ja gar keine Wörter!“

(frei nach Hans-Christian Andersen)

Was ist sagbar?

„Sowas sagt man nicht!“ „Das wird man wohl noch sagen dürfen!“

Die einen wollen unsagbar machen, was sie unsäglich finden.

Andere wollen das trotzdem sagen dürfen.

Beide machen Sprache zum Kampfplatz. Und machen uns sprachlos. Und ratlos.

Lassen Sie mich durch, ich bin Lehrer. Ich kann helfen. Sprache ist mein Leben. Täglich entscheide ich, ob ein Ausdruck angemessen und treffend ist, ob eine Schreibung als korrekt gelten kann, ob eine Aussprache dem Standard entspricht.

Hier können Sie lesen, welchen Rat ich erteilen kann.

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