Das Deutsche klingt für viele Außenstehende hart. Ein Grund ist, dass wir Wörter, die mit Vokal anfangen (aber, Ober, Eber, über) mit einem Glottisschlag einleiten. Das ist das plötzliche Öffnen der Stimmlippen, bevor der Vokal anfangt.

Das machen wir ganz automatisch, ohne dass es uns bewusst ist. Der Glottisschlag lässt sich daher schwer unterdrücken: Das macht ihn zu einem Merkmal, an dem man den deutschen Akzent in Fremdsprachen erkennt.

Die Wörter „innen“ (das Gegenteil von „außen“) und „in“ (eine Präposition wie an, auf, über) werden ebenfalls mit Glottisschlag begonnen.

Wenn man nun versucht, eine Genderpause zu machen und danach die gleichnamigen Suffixe -in und -innen auszusprechen, stellt sich der Glottisschlag ein und man spricht unwillkürlich die Wörter „innen“ und „in“ aus. Wenn jemand sagt: „In unserem Aussichtslokal mit Terrasse beschäftigen wir zwanzig Mitarbeiter:innen“, fragt sein Gesprächspartner sicher nach der Anzahl der Mitarbeiter außen.

Dieses Verständnis liegt auch deshalb nahe, weil vor dem Glottisschlag Wortende-Signale nahezu unvermeidlich sind. Das sind lautliche Veränderungen, die klarmachen, dass das Wort zu Ende ist, wie z.B. die fehlende Aussprache des R und die Auslautverhärtung bei „Psycholog*innen“ (mit K statt G).

Ein unbetontes E [ə︎] mit Genderpause davor erscheint als Signal der Verlegenheit oder der Wortsuche (meist „äh“ geschrieben). Wer den Gender-Ausdruck „ein*e Mitarbeiter:in der Haushaltsabteilung“ aussprechen will, spricht also unwillkürlich „ein äh Mitarbeiter in der Haushaltsabteilung“ aus.

Korrektes Gendern nach Anatol Stefanowitsch soll diese Wortende-Signale vermeiden, erfordert also einiges an Sprach-Artistik und ist entsprechend selten.

Am Ende eines Wortes (wie von Luise F. Pusch vorgeschlagen) kann das Gender-Zeichen schon einmal gar nicht ausgesprochen werden. Es gibt zwar den Glottisschlag am Wortende, aber nur in den Interjektionen „so!“ und „tja!“ und da braucht es einen Vokal am Ende, mit einem N geht es nicht.

Die Gender-Pause ist also im wörtlichen Sinne unaussprechlich..

Gender-Aktivisten glauben nur oder tun so, als ob sie die Gender-Pause aussprechen. Sie setzen die Wörter „innen“ und „in“ hinter den Stamm der weiblichen Form (Expert innen, Berliner innen) und bauen auf den Kontext. Dadurch wird sich das Gehirn die Fehler schon zurechtbiegen und so klärt sich die Verwirrung, ob z.B. „Berliner Innenverwaltung“ oder „Berliner:innen-Verwaltung“ gemeint ist.

Dem generischen Maskulinum jedoch billigen sie die Klärung durch den Kontext nicht zu. In den berühmten psycholinguistischen Studien messen sie sogar, wie viele Millisekunden es braucht, bis ambigue (mehrdeutige) Formulierungen richtig verstanden werden und verwenden das als Argument gegen das generische Maskulinum..

Für die Klärung, ob in eine „Fußgängerzone“ tatsächlich nur Männer eingelassen werden, braucht es exakt 0,0 Millisekunden. Wie lange braucht es wohl, bis „FußgängerInnenzone“ richtig interpretiert wird?