„Alle Kinder lernen lesen,
Indianer und Chinesen,
Selbst am Nordpol lesen alle Eskimos,
Hallo Kinder, jetzt geht’s los!“

Darf man dieses Lied von Wilhelm Topsch noch singen?

Natürlich. Es tut niemandem etwas Böses. Im Gegenteil: Es fördert das Gefühl der Verbundenheit der Kinder mit den geographisch am weitesten entfernten Völkern der Welt. Und das durch Lesen. Selbst dort, wo die Natur es schwer macht.

„Eskimo“ ist gegenüber „Inuit“ der bessere Begriff, er schließt die Iñupiat und Yupik mit ein. Und die Meinung, dass der Begriff abwertend sei, ist längst überholt. Er beruhte auf einem Übersetzungsfehler. „Eskimo“ ist also absolut sagbar.

Die nordamerikanischen Indianer sind in Deutschland nicht Teil der Kolonialgeschichte. Wir kennen sie vielmehr aus Geschichten wie Winnetou, Fliegender Stern oder Yakari und fühlen uns ihnen verbunden. Sie verkörpern das Ideal, mit der Natur in Einklang zu leben und Respekt für die Mitgeschöpfe zu empfinden. Auch „Indianer“ ist demnach sagbar.

Mit Alltagsrassismus hat das Lied nichts zu tun. Es bedient nicht einmal Stereotype. Alle lesen. Nichts sonst.

Dem Kampf gegen Rassismus ist mit der reflexartigen, ungerechtfertigten und völlig überzogenen Kritik nicht geholfen. Eher das Gegenteil ist zu befürchten.

Literatur: „Eskimo“ und „Indianer“ bei Wikipedia